Hamburger Kunst Galerie 

Künstlerin Susanne Scholz:


"Wenn man sich auf die Kernaussage beschränkt, fordert Thomas von Aquin (1) vom Kunstwerk "integritas", "consonantia" und "claritas". Die integritas meint die Ganzheit, die consonantia die harmonische Vielfalt und die claritas die Klarheit, den Glanz. Den Glanz der Erkenntnis. Zusätzlich gibt es noch die Bestimmung, dass "claritas est quidditas", dass die Klarheit erscheint, wenn das Ding seine "Washeit", seine Epiphanie, sein "Aha"-Erlebnis erreicht. (2) Dieses Begriffsquartett mag zu einem universellen Gerüst des ästhetischen Urteils hergenommen werden, als Reihe von Taxa einer allgemeingültigen Analyse des Ästhetischen. (3) Man wird vielleicht einwenden, dass das möglicherweise möglich ist für alte und akademische Kunst, dass aber die Moderne in ihrem Aufbrechen herkömmlicher Denk- und Wahrnehmungsmuster damit nicht erfasst werden kann. Das ist insofern nicht zutreffend, als die thomistische Philosophie in der "Analogia entis", der "Ähnlichkeit des Seienden", anerkennt, dass das Sein (also auch das Kunstwerk) verschiedene Bedeutungen haben kann, je nach Bezugsrahmen."(4)Susanne Scholz weiß sich geistig verbunden mit Josef Pieper, den die Engländer als "Christian Gentleman" bezeichnen, ein Philosoph, der in der Wahrheit der Dinge, im Bewusstsein des sokratischen "wissenden Nichtwissen" sich geborgen weiß, die Dinge nicht verändern will, sondern verstehen und weitergeben. Mit Piepers Ziehvater Thomas von Aquin selbst häufiger im historischen Dialog , hat "Susanne Scholz jüngst eine Reihe Bilder geschaffen, die, sich ihrer Herkunft vergewissernd, auf früher Geschaffenes stützen, aber auch neue Aspekte integrierend, zu neuer claritas gelangen. Es wird oft argumentiert, dass es (auch) darauf ankäme, wie etwas gemacht wird, nicht nur um das Was, das verhandelt wird. Also dass die Machart – in der Malerei unter anderem auch Duktus und Faktur – mit entscheidend über den Kunstcharakter und den ästhetischen Wert eines Werkes ist, was ja auch die Anerkenntnis der Virtuosität erst möglich macht, Eigenschaften, die der consonantia angehören, der harmonischen Vielfalt. (5)Susanne Scholz malt Licht auf Wasser, Spiegelungen, und sie begegnet der Wahrheit dieser gefundenen Bilder, welche sich in ihrer rätselreichsten Form zeigen, nämlich durch Verzerrung, Reflexion, Umformung, etc. . " Das begreift sie als künstlerische Herausforderung, wobei ihre Werke auf dem Grat zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit wandeln, zwischen Abbild und autonomer Malerei."(6) Die Vorlage für die Bilder stammen von zahlreichen,fotografischen Aufnahmen der Künstlerin selbst,die für die malerische Umsetzung sorgsam ausgewählt wurden.Als Motive dienen Menschen, Tiere, Pflanzen, Häuser, Autos, Gegenstände,..etc., aber auch Bildnisse, die als Neuformationen sich innerhalb der Spiegelung bilden und die in gedrehter Version zum Betrachter hin sich offenbaren. Beide Spiegel- Versionen sind in ihrer Offenheit und Einzigartigkeit zur Auseinandersetzung " besonders fruchtbar – für Erkenntnisse über und Einsichten in den Gegenstand und die Kunst, gerade so wie bei den späten Seerosenbildern von Monet. Die Bilder von Susanne Scholz haben aber auch eine spirituelle Dimension: „Im Spiegel des Wassers erkennst Du Dein Gesicht, im Spiegel Deiner Gedanken erkennst Du Dich selbst.“ (Sprüche 27:19) So gereicht uns ihre Kunst als Welterklärung,"(7)denn , so Josef Pieper, das Wesen der Wirklichkeit wohnt in ihrer Erkennbarkeit,was die Grenze, bzw. den Geheimnischarakter der Wirklichkeit erahnen lässt. Die Themen "Licht auf Wasser" zeigen im Figurenspiel der Reflexionen, in dem auch das Emotionale Raum erhält, gleichsam Szenarien aus der Welt des Lichts, Botschaften mit zeitgenössischer Signifikanz.Der Betrachter bleibt immer herausgefordert,denn " der Gegenstand erscheint nicht als solcher, sondern schon zu einem Abbild umgewandelt, als Reflexion auf dem Wasser, (...) Die" integritas stellt sich als janusköpfige heraus. Ob die Bilder die Wasserreflexion nicht nur unter dem Aspekt von imitatio angehen, sondern auch darüber erzählen, wie Kunst damit umgeht, wird nicht entschieden, bleibt aber aktivierbares Potenzial der Gemälde; zumal sie sich stets auch als Gemaltes vorstellen.(8) "Die Bilder lassen diese Frage bewusst offen. Bei einigen Gemälden (etwa "Licht in der Finsternis") ist nicht ein Objekt Gegenstand der Reflexion (Mehrdeutigkeit intendiert) sondern das (Sonnen-) Licht. Hier wird das Spiel auch auf eine Korrespondenz, wie im Goethe-Wort " Wär nicht das Auge sonnenhaft, / die Sonne könnt es nie erblicken.“ (Zahme Xenien III).Hierin liegt der Grund für das Erscheinen der "Quidditas": Die harmonische Mannigfaltigkeit , die sich als das "Aha"-Erlebnis, die "Washeit" entpuppt. Das bedeutet, dass die segmentierbaren Teile – man kann auch sagen: alle beschreibbaren Teile – des Bildes sich gegenseitig erhellen, was zur "Erleuchtung" führt. (9). _________________________________ (1 -9: Katalogtext "Vom Was und vom Wie, Gerhard Charles Rump,2018, Licht ,Wasser, Kunst, Susanne Scholz,2019)




Werdegang:


1962 in Esslingen geboren 

1984 -87 Katholische Theologie, Bildende Kunst, Pädagogik, Philosophie an der Päd. Hochschule Schwäbisch Gmünd 

1998 Studienaufenthalt an der Akademie des Sehens, Oskar Kokoschka Salzburg 

2005 - 2012 Studium der Malerei bei Prof. Markus Lüpertz und Matthias Meyer, Meisterschüler von Gerhard Richter

Kunstakademie Bad Reichenhall 

lebt in Lauchheim / Aalen 

1989 - 2013 Lehramtstätigkeit, Kunsterzieherin, Dozentin 

Illustrationen zu Werken von Pater Beda Müller, OSB (+) und Roderich Kiesewetter MdB 

seit 2013 Freischaffende Künstlerin seit 1996 Ausstellungstätigkeit in(Auswahl) Aalen, Stuttgart, Freiburg,Berlin, Mochental,Ziethen, Bad Reichenhall, Salzburg, Peking, Shanghai, Malta, Paris, Aachen,Köln, Miami


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Copyright: Susanne Scholz


Anmerkung: Diese Werke sind handwerklich mit exzellenter Technik gemalt worden.



Paar, Spiegelung 25, 1,20m x 1,60m, Öl a.L., 2017, 5400 €



Spiegelung XXVI, frei. , 80x100cm, 2018, Öl a.L., 4500 €



Tanzbär, 40x80cm,Öl a.Lw.2018, 2700 €


Spiegelung 24, 2017, 2mx1m, Öl a.L. 5400 €



Spiegelung , Angel, 1m x 1,20m, Öl a.L., 4200 €



Shopping,1,60x1,20m, 018,Öl a.Lwd., 5800 €


Adieu,50x70cm,Öl a.Lw., 2018, 3000 €